Pflegende Angehörige unterstützen: Vereinbarkeit von Beruf und Pflege
Viele Arbeitnehmer wollen oder müssen ihre Angehörigen zu Hause pflegen. Wir erklären, wie Sie Ihre Mitarbeiter dabei unterstützen können, Pflege und Beruf zu vereinbaren.
Arten der beruflichen Auszeit
Arbeitnehmer können laut Bundesministerium für Arbeit und Soziales die folgenden fünf beruflichen Auszeiten in Anspruch nehmen, um Angehörige zu pflegen:
- Kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach dem Pflegezeitgesetz
- Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz
- Familienpflegezeit nach dem Familienpflegezeitgesetz
- Freistellung zur Betreuung pflegebedürftiger Kinder (auch außerhäuslich) nach dem Pflegezeitgesetz und Familienpflegezeitgesetz
- Freistellung zur Begleitung in der letzten Lebensphase nach dem Pflegezeitgesetz
Weitere Informationen, etwa die Auswirkungen auf die Arbeitszeit, enthält die Übersicht Arten der beruflichen Auszeit (PDF).
Unterstützungsangebote schaffen
Viele Firmen und Organisationen bieten bereits – angesichts des Fachkräftemangels – vielfältige Unterstützungsangebote für pflegende Angehörige an. Hierzu zählen zum Beispiel informative Beiträge im Intranet oder im Mitarbeitermagazin (siehe unten), Vorträge, Gesprächskreise und Schulungen zum Thema. Die Broschüre Checkheft: familienorientierte Personalpolitik für kleine und mittlere Unternehmen des Bundesfamilienministeriums enthält konkrete Fallbeispiele. Weitere Impulse liefert der Leitfaden zur Vereinbarkeit von Beruf und Pflege des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“.
Informationen für Angestellte bereitstellen
Unternehmen sollten ihren Mitarbeitern geballte Informationen zum Thema bereitstellen. Solche Hinweise zu internen und externen Ansprechpartnern können für pflegende Mitarbeiter eine große Stütze sein. Die Informationsmaterialien und Links können etwa im Intranet oder im Mitarbeitermagazin vorgestellt werden.
Hier einige Links zum Thema, die hilfreich für Mitarbeiter sein könnten:
- Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit zum Thema „Pflege“ (unter anderem Pflegestärkungsgesetze, Online-Ratgeber Pflege, Pflegeleistungs-Helfer)
- Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit zu beruflichen Auszeiten
- Wegweiser Demenz vom Bundesfamilienministerium (E-Learning-Kurs, Weblog & Foren)
- Broschüre Bessere Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf des Bundesfamilienministeriums
Unternehmen können weiterhin Namen und Kontaktangaben regionaler Ansprechpartner zusammenstellen.
Thema Pflege sensibel ansprechen
Arbeitgeber sollten das Thema Pflegebedürftigkeit aktiv ansprechen beziehungsweise eine pflegesensible Personalpolitik schaffen. Viele Betroffene meiden das emotionale Thema nämlich am Arbeitsplatz, um keine berufliche Schwäche zu zeigen.
Anonym einsehbare Informationen, wie oben beschrieben, bieten Mitarbeitern eine gute Möglichkeit, sich erstmals in das Thema einzulesen. Weiterhin können Arbeitgeber die Informationen im Rahmen des Gesundheitsangebots vermitteln.