Zahnschmerzen während der Schwangerschaft – was tun?
zinkevych – stock.adobe.comFrauen, die ein Kind unter dem Herzen tragen, möchten das ungeborene Leben um jeden Preis schützen. Wenn dann plötzlich die Zähne vor Schmerz pochen, entsteht ein Dilemma: Sie möchten die Schmerzen unbedingt loswerden, aber gleichzeitig mögliche Risiken von Medikamenten oder Behandlungen während der Schwangerschaft vermeiden. Was Sie bei Zahnschmerzen in der Schwangerschaft tun können und welche Behandlungen Sie vermeiden sollten, erfahren Sie auf dieser Seite.
Warum treten während einer Schwangerschaft häufiger Zahnschmerzen auf?
Werdende Mütter erleben eine hormonelle Umstellung, die einige unangenehme Nebenwirkungen mit sich bringt. Neben der Schwangerschaftsübelkeit in den ersten Monaten klagen viele Frauen über Zahnschmerzen. In der Schwangerschaft wird das Zahnfleisch stärker durchblutet, wodurch Bakterien sich schneller ausbreiten und Zahnfleischentzündungen auslösen können. Hinzu kommt die Magensäure, die beim Erbrechen wegen der morgendlichen Übelkeit den Zahnschmelz angreift und dadurch die Zähne schmerzempfindlicher und anfälliger für Erkrankungen macht. Aus diesen Gründen ist eine sorgfältige Zahnhygiene in der Schwangerschaft besonders wichtig, um Zahnschmerzen und Zahnerkrankungen vorzubeugen.
Sind Zahnschmerzen in der Schwangerschaft schädlich fürs Kind?
Nehmen Sie Zahnschmerzen in der Schwangerschaft nicht auf die leichte Schulter. Zwar nimmt ein Embryo nicht unbedingt unmittelbar Schaden, wenn die Mutter Zahnschmerzen hat, doch die Schmerzen sind unangenehm und lösen Stress bei der werdenden Mutter aus, für die werdende Mutter belastend sein kann. Anhaltender starker Stress während der Schwangerschaft sollte möglichst vermieden werden.
Außerdem deuten Zahnschmerzen auf Zahnerkrankungen hin. Besonders kritisch sind Zahnfleischentzündungen, weil das Zahnfleisch bei Schwangeren stärker durchblutet ist und sich die Bakterien dadurch leichter und schneller ausbreiten können – bis in den Blutkreislauf. Schwere Entzündungen im Mundraum und Parodontitis werden mit einem erhöhten Risiko für Frühgeburten in Verbindung gebracht.
Zahnschmerzen in der Schwangerschaft – darf man zum Zahnarzt?
Ja. Zahnschmerzen sind ein Anzeichen dafür, dass etwas mit den Zähnen nicht stimmt. Je nachdem, welche Zahnprobleme bei Ihnen vorliegen, kann dies auch Auswirkungen auf den Embryo haben. Zahnprobleme sollten zeitnah abgeklärt werden, um Entzündungen und Beschwerden zu behandeln. Wenn Sie also während der Schwangerschaft unter Zahnschmerzen leiden, sollten Sie unbedingt zum Zahnarzt gehen und eine Beratung in Anspruch nehmen – dies ist insbesondere bei einer Risikoschwangerschaft wichtig. Zahnärzte wissen, wann welche Behandlungen bei Schwangeren gefahrlos durchgeführt werden können, und kennen Arzneimittel sowie Behandlungsmethoden gegen Schmerzen, die auch während der Schwangerschaft eingesetzt werden können.
Was darf der Zahnarzt in der Schwangerschaft nicht machen?
Bei schwangeren Frauen muss auch immer an die Gesundheit des Babys gedacht werden. Deswegen gibt es zahnärztliche Behandlungen beziehungsweise Untersuchungen, die während einer Schwangerschaft gar nicht oder erst nach dem kritischen ersten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden sollten:
- Zahnreinigungen sollten bevorzugt ins zweite Trimester gelegt werden.
- Bei Betäubungen wählt der Zahnarzt geeignete Medikamente und Behandlungsmethoden aus.
- Nicht dringende größere Eingriffe nach Möglichkeit auf einen anderen günstigen Zeitpunkt verschieben.
- Medizinisch notwendige Röntgenaufnahmen werden nach einer sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung nur mit Schutzmaßnahmen durchgeführt.
Das zweite Trimester gilt als besonders günstiger Zeitpunkt für Zahnbehandlungen, weil die kritische Phase vorbei ist und die Geburt noch nicht bevorsteht. Eine Lokalanästhesie ist in dieser Zeit in der Regel kein Problem.
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