Positionen des Verwaltungsrates
Der Verwaltungsrat der IKK Südwest bringt sich aktiv in gesundheits- und sozialpolitische Diskussionen ein – ganz im Interesse der Versicherten. Unser Ziel? Wir möchten nicht nur die Versorgung verbessern, sondern die IKK Südwest auch zukunftsorientiert gestalten und weiterentwickeln. Neugierig? Hier geht es weiter. Mit einem Klick erfahren Sie mehr über unser Engagement in der Gesundheitsversorgung, für eine sichere und auskömmliche Finanzierung, für die Weiterentwicklung der Pflegeversicherung und unseren engen Bezug zum Handwerk.
Verantwortung der Selbstverwaltung
Die Selbstverwaltung vertritt die Interessen der beitragszahlenden Versicherten und Arbeitgeber und ist bei den wichtigen Entscheidungen der Krankenkasse demokratisch eingebunden. Wir engagieren uns für eine gute Gesundheitsversorgung in der Region und setzen uns dafür ein, dass die Gesetzliche Krankenversicherung auch in Zukunft finanziell tragbar und leistungsfähig bleibt – immer im besten Interesse unserer Versichertengemeinschaft. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist das Recht auf Selbstverwaltung, das unbedingt gestärkt werden muss. Nur so können wir flexibel und nachhaltig auf die Bedürfnisse unserer Versicherten reagieren.
Handwerk und regionale Nähe
Klar, wir sind für alle Berufsgruppen da. Und unsere Wurzeln? Die liegen im Handwerk und dieser Tradition bleiben wir auch treu.
Wir kommen aus der Region, denken und handeln individuell. Bei uns stehen Service und Qualität an erster Stelle – regional und persönlich.
Digitale Angebote und persönlicher Kontakt
Die digitale Welt ist im ständigen Wandel. Die IKK Südwest gestaltet diesen Wandel aktiv mit. Unser Kundenservice ist auf vielen digitalen Wegen für Sie erreichbar: per E-Mail, über die Online-Geschäftsstelle oder direkt in der App.
Und wir wissen auch, wie wichtig der persönliche Kontakt ist. Deshalb setzen wir auf unser regionales Geschäftsstellennetz. Hier können Sie mit den Kundenberaterinnen und Kundenberatern von Angesicht zu Angesicht sprechen.
Dank der elektronischen Patientenakte (ePA) haben Sie Ihre Gesundheitsdaten immer griffbereit. Alle wichtigen Informationen können jederzeit abgerufen werden. So haben Sie Ihre Krankheitsgeschichte immer im Blick – auch im Gespräch mit Ihrer Ärztin oder ihrem Arzt.
Auch das eRezept bringt viele Vorteile. Statt sich Rezepte auf Papier ausstellen zu lassen, bekommen Sie diese einfach digital. Das spart Zeit, und Sie können Ihr Rezept bequem in der Apotheke einlösen.
Mit der elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) entfällt die Papierflut bei Krankmeldungen. Die Krankschreibung wird direkt digital an die Krankenkasse übermittelt – ganz ohne, dass Sie etwas dafür tun müssen.
Mit dem IKK Digitalkonto reagieren wir auf die zunehmende Dynamik digitaler Gesundheitsleistungen und machen diese für die Versicherten einfach zugänglich.
Finanzierung der Krankenversicherung
Die IKK Südwest setzt sich für die Solidarität im System der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein und unterstützt die Weiterentwicklung eines manipulationsresistenten Morbi-RSA. Gleichzeitig fordern wir eine umfassende Reform der GKV. Angesichts der zunehmenden finanziellen Belastungen steht das Gesundheitssystem vor großen Herausforderungen. Es ist dringend notwendig, die Finanzierung des Systems zu sichern und die rechtliche Stellung der gesetzlichen Krankenkassen sowie ihrer Selbstverwaltung zu stärken. Lösungsansätze wie die Beteiligung der GKV an Genusssteuern, die kostendeckende Finanzierung der Bürgergeldempfänger, eine regelmäßige Anpassung des Bundeszuschusses und die Senkung der Mehrwertsteuer für Arzneimittel müssen dringend politisch umgesetzt werden.
Resolution des Verwaltungsrates der IKK Südwest zu den Empfehlungen der Finanzkommission Gesundheit (01.04.2026)
Präambel
Der Verwaltungsrat der IKK Südwest hat sich anlässlich seiner Klausurtagung mit den am 30. März 2026 vorgestellten 66 Reformvorschlägen der Finanzkommission Gesundheit intensiv auseinandergesetzt und sich wie folgt positioniert:
1. Appell an die Politik zur umgehenden Umsetzung der Maßnahmen mit dem Ziel der Beitragssatzstabilität
Der Verwaltungsrat fordert die politischen Entscheidungsträger nachdrücklich auf, die vorgelegten Reformvorschläge der Kommission nicht als bloßen Werkzeugkasten zu betrachten, sondern diese als Grundlage für eine unverzügliche und tiefgreifende Reform zu nutzen. Die Zeit für Analysen ist vorbei; es bedarf nun entschlossenen Handelns, um einen weiteren Beitragsschock für Versicherte und Arbeitgeber abzuwenden und das System der GKV nachhaltig zu sichern.
2. Fokus auf Ausgabensteuerung und Finanzdisziplin
Eine nachhaltige Lösung der Finanzproblematik erfordert eine Rückkehr zu einer einnahmenorientierten Ausgabenpolitik. Das Hauptaugenmerk muss auf der Eindämmung der Ausgabendynamik liegen. Dies schließt die konsequente Bekämpfung von Missbrauch und Abrechnungsbetrug im Gesundheitswesen ein, um die Mittel der Beitragszahler zu schützen und deren zweckgemäße Verwendung sicherzustellen. Der Verwaltungsrat sieht hier eine zentrale Verantwortung bei allen Akteuren des Gesundheitswesens. Die IKK Südwest ist sich als Krankenkasse des Handwerks bei den diskutierten politischen Maßnahmen der besonderen Situation des Gesundheitshandwerks bewusst.
Besonders begrüßt wird, dass Prävention künftig stärker in den Fokus rücken soll, in dem die Steuern auf gesundheitsschädigende Produkte erhöht werden: Maßnahmen wie eine gestaffelte Besteuerung zuckerhaltiger Getränke oder eine konsequente Tabaksteuer sind gesundheitspolitisch überfällig und sollten priorisiert werden. Sie bieten erhebliche Einsparpotenziale und führen zu einem besseren Gesundheitsverhalten – allein Adipositas und Tabak verursachen jährlich Kosten in zweistelliger Milliardenhöhe und führen zu viel gesundheitlichem Leid, das vermeidbar ist.
Gleichzeitig gilt: Vorsorge darf nicht dem Sparhammer zum Opfer fallen – Leistungen wie der Gesundheits-Check-up müssen grundsätzlich erhalten bleiben. Entscheidend ist nun eine Steuerung der vorhandenen finanziellen Mittel, etwa durch ein Primärversorgungssystem, damit Versicherte und Arbeitgeber vor weiteren Belastungen geschützt werden. Zentrale Säulen wie die beitragsfreie Familienversicherung dürfen zumindest nicht ohne eine faire soziale Flankierung in Frage gestellt werden. Denn sie entlastet seit Jahrzehnten Millionen Menschen spürbar und ist ein Grundpfeiler unseres Solidarsystems. Das Aufschieben der Senkung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel kann aus Sicht des Verwaltungsrates aufgrund der prekären Finanzsituation der GKV nicht akzeptiert werden.
3. Einhaltung der Bundeszuständigkeit und Ausgleich des Beitrags für Empfänger von Grundsicherung
Der Verwaltungsrat besteht darauf, dass der Bund seiner gesetzlichen Finanzierungsverantwortung vollumfänglich nachkommt. Dies betrifft insbesondere die vollständige und dauerhafte Übernahme der Kosten für die Gesundheitsversorgung von Empfängern der Grundsicherung, die als originäre Aufgaben des Staates aktuell von der Solidargemeinschaft getragen werden müssen. Die fortwährende Belastung der GKV mit gesamtgesellschaftlichen Aufgaben untergräbt eindeutig das Versicherungsprinzip. Die anhängigen Klagen verdeutlichen die rechtliche Verbindlichkeit dieser seit langem bestehenden Forderung.
Der Verwaltungsrat der IKK wird die Umsetzung der Reformen im Interesse seiner Versicherten und der Stabilität des Solidarsystems eng begleiten und fordert alle Beteiligten zu einem entschlossenen Handeln auf.
Gesundheitsversorgung
Wie können wir sicherstellen, dass alle, unabhängig davon, ob sie in der Stadt oder auf dem Land leben, die Hilfe bekommen, die sie brauchen? Eine zentrale Herausforderung dabei ist die Verzahnung der stationären und ambulanten Versorgungsangebote. Hier gilt es, beide Bereiche besser miteinander zu verknüpfen, sodass Menschen schnell und flexibel die richtige Behandlung bekommen, ohne dass es zu unnötigen Doppelstrukturen kommt.
Gerade im ländlichen Raum ist es oft schwierig, eine flächendeckende medizinische Versorgung sicherzustellen. Deshalb braucht es eine ganzheitliche Strategie, die innovative Lösungen wie Telemedizin und mobile Gesundheitsdienste nutzt. Auch der Ausbau der Infrastruktur, Anreize für Fachkräfte und eine bessere Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Sektoren sind essenziell. Dabei darf nicht vergessen werden, die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung zu fördern, damit jeder weiß, wie er sich gesund halten und die richtigen Angebote nutzen kann.
Die IKK Südwest begrüßt die Einführung eines Primärarztmodells als wichtigen Schritt hin zu mehr Effizienz und einer gezielteren Steuerung im Gesundheitssystem. Ziel muss es sein, die Versorgung für die Menschen spürbar zu verbessern und gleichzeitig die begrenzt vorhandenen personellen und wirtschaftlichen Ressourcen effizienter einzusetzen. Im Zentrum des Modells steht die koordinierende Rolle der Primärärztinnen und Primärärzte, die dazu beitragen, Patientinnen und Patienten bedarfsgerecht durch das System zu lotsen und unnötige Doppeluntersuchungen, lange Wartezeiten und unnötige Facharztbesuche zu vermeiden. Wer einen Facharzt benötigt, soll garantiert einen Termin in angemessener Zeit erhalten. Für eine erfolgreiche Umsetzung dieses Modells kommt es entscheidend auf die konkrete Ausgestaltung an. Es müssen die nötigen Strukturen – wie beispielsweise eine verpflichtende digitale oder telefonische Ersteinschätzung – geschaffen werden, um eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe und sektorenübergreifende Versorgung sicherzustellen.
Insgesamt geht es darum, ein zukunftsfähiges, flexibles Gesundheitssystem zu schaffen, das allen Altersgruppen gerecht wird. Nur durch die Verbindung aus neuen Versorgungsformen und einer besseren Infrastruktur kann auch in Zukunft eine hochwertige medizinische Versorgung für alle Menschen sichergestellt werden.
Patientensicherheit
Die IKK Südwest setzt sich aktiv im Netzwerk Patientensicherheit ein. Wir möchten damit allen Versicherten helfen, Gesundheitsrisiken besser zu verstehen und gut gerüstet für das Arzt-Patienten-Gespräch zu sein. Es wird aufgezeigt, wie jeder selbst Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen kann und welche Rechte Patientinnen und Patienten haben. Das Netzwerk richtet sich auch aktiv an die Ärzteschaft, Therapeutinnen und Therapeuten und weitere Berufsgruppen im Gesundheitswesen.
Eine gute Versorgung und ein aktives Eintreten für die eigene Gesundheit sind der Schlüssel zu mehr Lebensqualität.
Pflege
Der demografische Wandel betrifft uns alle und er hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Besonders in Bezug auf die Pflege spielt die Frage, wie Menschen selbstbestimmt und in Würde alt werden können, eine immer größere Rolle. Dabei sind sowohl professionelle Pflegekräfte als auch die Unterstützung durch Angehörige unverzichtbar. Sie bilden das Rückgrat des Pflegesystems und sind entscheidend dafür, wie gut das soziale System in Zukunft funktioniert.
Die IKK Südwest setzt sich daher aktiv für eine Reform der Pflegeversicherung ein, um das System zukunftsfähig zu gestalten und die Weichen für nachhaltige Lösungen zu stellen, die den Bedürfnissen der kommenden Jahre gerecht werden.
