Die richtige Mundhygiene in der Schwangerschaft
Андрей Журавлев – stock.adobe.com – ZHURAVLEV ANDREYWährend einer Schwangerschaft gehen im Körper der werdenden Mutter viele Veränderungen vor sich. Das hat auch Auswirkungen auf die Zahngesundheit, denn Schwangere sind anfälliger für Karies und Zahnfleischentzündungen. Hier erfahren Sie, warum die richtige Mundhygiene in der Schwangerschaft wichtig ist, damit Ihre Zahngesundheit während der Schwangerschaft bestmöglich erhalten bleibt.
Darum ist eine sorgfältige Mundhygiene in der Schwangerschaft wichtig
Eine sorgfältige Mundhygiene in der Schwangerschaft unterstützt die Zahngesundheit der Mutter und kann dazu beitragen, Entzündungen im Mundraum zu vermeiden. Insbesondere wegen zwei Aspekten sollten Schwangere auf die richtige Zahnpflege achten:
- Das in der Schwangerschaft stärker durchblutete Zahnfleisch kann Zahnfleischentzündungen (Schwangerschaftsgingivitis) hervorrufen.
- Wenn Sie sich wegen Morgenübelkeit erbrechen, kann die Magensäure den Zahnschmelz schädigen.
Schwangerschaftsgingivitis
Werdende Mütter durchleben viele hormonelle Veränderungen. So dominiert während der Schwangerschaft das Hormon Progesteron, das unter anderem dazu führt, dass das Zahnfleisch stärker durchblutet wird und weicher ist. Häufig bemerken Frauen auch, dass das Zahnfleisch leicht angeschwollen ist. Grundsätzlich ist das alles ganz natürlich und weder für die Mutter noch ihr Baby schädlich.
Allerdings können sich Bakterien dadurch leichter vermehren und ausbreiten, sodass es zu Zahnfleischentzündungen kommen kann. Typische Anzeichen sind Zahnfleischbluten, Schwellungen und eine erhöhte Empfindlichkeit des Zahnfleisches. Man spricht dann von einer Schwangerschaftsgingivitis. Wenn die Bakterien sich ausbreiten, können sie nicht nur eine Schädigung des Zahnhalteapparates verursachen (Parodontitis), sondern auch in die Blutbahn gelangen, was möglicherweise mit einem erhöhten Risiko für Schwangerschaftskomplikationen verbunden ist. Deswegen ist eine umsichtige Mundhygiene in der Schwangerschaft entscheidend für Sie und die Gesundheit Ihres ungeborenen Babys.
Morgenübelkeit
Im ersten Trimester leiden viele Frauen an Morgenübelkeit. Durch das Erbrechen gelangt aggressive Magensäure in den Mundraum, die den Zahnschmelz angreift. Dies zeigt sich durch kleine Mulden auf den Zahnoberflächen, eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Temperaturen und eine Verfärbung der Zähne.
Mit der richtigen Mundhygiene in der Schwangerschaft können Sie das Risiko von Zahnschäden deutlich senken. Empfehlenswert sind außerdem regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt. Vereinbaren Sie einen Termin und informieren Sie Ihren Zahnarzt über die Schwangerschaft. Bei einer geplanten Schwangerschaft ist ein Zahnarztbesuch vorab ratsam, um mögliche Behandlungen vorher zu erledigen und die Mundhygiene zu optimieren.
Wie putzt man sich während der Schwangerschaft die Zähne?
- Verwenden Sie eine Zahnbürste mit weichen Borsten, um das Zahnfleisch zu schonen.
- Benutzen Sie eine fluoridhaltige Zahnpasta. Fluorid härtet den Zahnschmelz und hilft, die Zähne widerstandsfähiger gegen Karies zu machen.
- Erweitern Sie Ihre Mundhygiene gegebenenfalls um eine fluoridhaltige Mundspülung oder ein Fluoridgel.
- Reinigen Sie die Zahnzwischenräume sorgfältig mit Zahnseide oder Interdentalbürsten.
- Bei Morgenübelkeit: Spülen Sie den Mundraum nach dem morgendlichem Erbrechen zunächst mit Wasser aus und warten Sie mindestens 30 Minuten mit dem Zähneputzen.
Schon der Gedanke an die Zahnbürste im Mund verursacht Übelkeit? Tipps von der IKK Südwest:
- Mund mit klarem Wasser ausspülen und mit dem Zähneputzen etwas warten
- geschmacksneutrale, milde Zahnpasta ausprobieren
- kleineren Bürstenkopf verwenden
Auch nach der Geburt ist eine sorgfältige Mundhygiene wichtig. Denn durch Küssen oder die Benutzung desselben Löffels können Bakterien aus Ihrem Mundraum auf Ihr Kind übertragen werden. Ihr Zahnarzt kann Ihnen weitere Tipps für die Zahnpflege in der Schwangerschaft geben.
Professionelle Zahnreinigung – zusätzlich zur eigenen Mundhygiene in der Schwangerschaft
Zahnärzte empfehlen, die Zahnprophylaxe in der Schwangerschaft ein- bis zweimal durchführen zu lassen:
- im 2. Trimester (meist im 4. oder 5. Monat): Die typischen Beschwerden des ersten Trimesters wie Morgenübelkeit sind vorbei. Im zweiten Schwangerschaftsdrittel neigen Schwangere stärker zu Gingivitis und Parodontitis.
- Im 3. Trimester (meist im 7. oder 8. Monat): Ihr Zahnarzt kümmert sich um die optimale Terminplanung, da die Zahnreinigung nicht zu kurz vor der Geburt stattfinden sollte.
Professionelle Zahnreinigung für Schwangere – Kostenerstattung durch die IKK Südwest
Die IKK Südwest beteiligt sich an den Kosten der professionellen Zahnreinigung: einmal pro Jahr mit bis zu 50 Euro. Das gilt natürlich auch für werdende Mütter, die über die Familienversicherung des Partners mitversichert sind.
