Schlafmedizinische Behandlung

Krankheiten, die durch eine verminderte Atmung im Schlaf gekennzeichnet sind, werden als schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) bezeichnet. Dabei führen entweder eine wiederholte Verengung (Obstruktion) des Schlundes oder die Verminderung des Atemantriebes zu Störungen der Sauerstoffversorgung der Organe. Krankheiten der Atemwege, der Lunge, des Herzens, der Nerven sowie der Atemmuskeln können eine schlafbezogene Atmungsstörung verursachen.

Ursache und Vorkommen von schlafbezogenen Atmungsstörungen

Die häufigste SBAS ist das obstruktive Schlaf-Apnoe-Syndrom (OSAS). Das Wort Apnoe bedeutet nicht atmen. Aufgrund von Erschlaffungen der Schlundmuskulatur kommt es während des Schlafes zu einem Kollaps der oberen Atemwege. Daraus resultiert ein nächtlicher Dauerstress durch Kampf um die Atemluft. Ergebnisse sind ein nicht-erholsamer Schlaf, eine Belastung von Herz-, Gefäßsystem und Gehirn sowie Tagesmüdigkeit.

Es gibt verschiedene Faktoren, welche die Entstehung eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms begünstigen. Dazu zählen unter anderem:

  • Zu hoher Body-Mass-Index (Übergewicht)
  • Alter (je älter, desto gefährdeter für die Schlafapnoe)
  • Geschlecht (Männer sind häufiger betroffen als Frauen)
  • Einnahme von Schlaftabletten oder Beruhigungsmitteln (Muskeln im Gaumen erschlaffen schneller und verschließen die Atemwege)
  • Abweichungen im Aufbau des Gesichtsschädels (kraniofaziale Besonderheiten): Zum Beispiel ein zu kleiner beziehungsweise nach hinten fallender Unterkiefer oder eine krumme Nasenscheidewand.
  • Weitere Risikofaktoren sind Rauchen, Alkohol, eine Schwangerschaft oder bestehende Erkrankungen wie Rheuma, Akromegalie, Schilddrüsenunterfunktion oder das polyzystische Ovarialsyndrom. Auch eine große Zunge, vergrößerte Mandeln (Tonsillen), Nasenpolypen oder viel Fett- sowie Bindegewebe am Eingang der Atemwege können die Schlafapnoe begünstigen. Allgemein können unregelmäßige Schlafenszeiten die Symptome verstärken

Wie wird die Erkrankung entdeckt?

Zumeist werden nächtliche Atempausen und Schnarchen durch den Partner entdeckt. Die erkrankten Menschen bemerken die Störung erst, wenn es zu Folgeerscheinungen wie Tagesmüdigkeit, Einschlafneigung bei monotonen Tätigkeiten, morgendlichem Sodbrennen, nächtlichen Luftnotattacken, schlecht einstellbarem Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen gekommen ist. Die Patienten mit Verdacht auf eine SBAS durchlaufen eine Stufendiagnostik.

Auf erster Stufe steht die Anamnese (Erfragung von potenziell medizinisch relevanten Informationen), auf der zweiten Stufe die klinische Untersuchung (Endokrinologie, Stoffwechsel-, oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Ventilationsstörungen sowie neurologische und psychiatrische Krankheiten).

Ergeben sich aus den ersten beiden Stufen keine Erkenntnisse für die Atemstörung, so erfolgt auf dritter Stufe das kleine Schlaflabor = Polygraphie. Durch die heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten können Parameter der Atmung, des Kreislaufes sowie von Wach- und Schlafzustand auch außerhalb spezieller schlafmedizinischer Zentren frühzeitig erkannt und erfasst werden. Hierzu erhält der Patient ein Polygraphiegerät mit nach Hause. Der Schlaf wird durch das Gerät in der Regel kaum beeinflusst und der Patient kann in seinem gewohnten sicheren Umfeld verbleiben. Registriert werden können die Schnarchgeräusche, der Sauerstoffgehalt über die Nacht, die Anzahl der Herzschläge pro Minute sowie die Atempausen.

Erst wenn auch die dritte Stufe keine Erkenntnisse bringt, kann in der vierten Stufe ein großes Schlaflabor = Polysomnographie durchgeführt werden. Hierbei erfolgen unter anderem (zusätzlich zu den im kleinen Labor erfassten Messungen) eine EEG-Ableitung sowie eine kontinuierliche Video-Überwachung. Der Patient befindet sich zwar über eine Nacht in einer schlafmedizinischen Praxis oder im Krankenhaus, wird in der Regel jedoch nicht stationär aufgenommen.

Sofern im Zusammenhang mit der Diagnostik der Schlafapnoe doch eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus geplant ist, verlangen einige Krankenhäuser eine Kostenzusage im Vorfeld des Aufenthaltes. Bitte setzen Sie sich diesbezüglich mit Ihrem Kundenberater in Verbindung.

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Wie wird die Erkrankung behandelt?

Basismaßnahmen sind Gewichtsreduktion sowie der Verzicht auf Alkohol vor dem Schlafengehen. Eine medikamentöse Therapiemöglichkeit besteht derzeit nicht. Bei rückenlageabhängigem Schlafapnoesyndrom kann eine Seitlagerungsbehandlung ausreichend sein. Schwere Formen können in der Regel nur mittels Maskenbeatmung behandelt werden. Der notwendige Beatmungsdruck wird im Schlaflabor eingestellt.
Es gibt komfortable Maskensysteme für die Nase allein oder Mund und Nase. Die Luftzuführung erfolgt vom Therapiegerät über den Beatmungsschlauch zur Maske. Die CPAP-Therapie ist die effektivste Form der Behandlung und wird von den meisten Patienten ausgezeichnet toleriert. In einigen Fällen sind andere Beatmungsgeräte erforderlich. Eine mögliche Alternative für leichte Fälle stellt die Behandlung mit Antischnarchschienen dar. Bei Gesichtsanomalien besteht die Möglichkeit operativer Maßnahmen. Wer für welche alternative Therapieform infrage kommt, muss durch ein erfahrenes Schlaflaborteam geprüft und entschieden werden.

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Bei der Arztsuche in den unterschiedlichen Bundestländern kann es Abweichungen im Aufbau der Suchfunktion geben. Die Art der Behandlung muss in den Feldern Behandlungsart oder Genehmigung mit den Begrifflichkeiten Schlafapnoe, Polygraphie oder Polysomnographie vertieft werden.

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