Organspende

Rund 80 Prozent aller Menschen in Deutschland können sich laut Umfragen vorstellen, nach dem Tod ein oder mehrere Organe zu spenden. Doch Transplantationen sind nur möglich, wenn Menschen zu Lebzeiten eine persönliche Entscheidung treffen, diese schriftlich festhalten oder mit ihren Angehörigen besprechen. Ein Organspendeausweis schafft Klarheit. Liegt ein Spenderausweis nicht vor, müssen im Falle eines Unfalls oder einer plötzlichen schweren Erkrankung die Angehörigen über die Organspende entscheiden.

Im Organspendeausweis kann das Einverständnis zur Organ- und Gewebespende entweder generell erteilt werden, auf bestimmte Organe oder Gewebe einschränken oder aber einer Spende widersprechen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Entscheidung über eine Organspende an eine Person zu übertragen, die im Ausweis namentlich benannt wird.

Aktuelle Informationen:

Das Gesetz für die erweiterte Zustimmungslösung bei Organspenden wurde am 19. März 2020 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Die Regelungen ist am 1. März 2022 in Kraft getreten.

Was hat sich geändert?

Das oben genannte Gesetz sieht vor allem eine Ausweitung der Beratung vor. In Zukunft sollen alle noch regelmäßiger als bisher informiert und befragt werden. Organspenden bleiben damit in Deutschland weiterhin nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt.

Warum gibt es diese Neuregelung?

Durch die Neuregelung werden die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass mehr Menschen sich mit der Frage der Organ- und Gewebespende auseinandersetzen und dazu eine informierte Entscheidung treffen, die dokumentiert wird. Denn Umfragen zufolge stehen die Bundesbürger einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings hat nur etwa jeder Dritte seine Bereitschaft in einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung dokumentiert. In den Krankenhäusern entscheiden dann in vielen Fällen die Angehörigen über eine Organspende.

Wo wird diese Entscheidung künftig dokumentiert?

Für die Zukunft ist vorgesehen, die Entscheidung in einem Online-Register zu hinterlegen.

Wie viele Menschen warten aktuell auf ein Organ?

In Deutschland warten ca. 14.000 kranke Menschen auf ein Spenderorgan (Stand: 30.06.2020). Dem standen im letzten Jahr ca. 1.500 Organspender gegenüber. Mit einer bundesdurchschnittlichen Spenderrate von 11,2 Spendern pro eine Million Einwohner ist Deutschland sogar eines der Schlusslichter im internationalen Vergleich.

Erklärung zur Organspende ist nicht endgültig

Wer seine Einstellung zur Organspende ändert, kann einfach einen neuen Ausweis ausfüllen und den bisherigen vernichten. Zudem empfiehlt es sich, Angehörige und Vertrauenspersonen über den geänderten Entschluss zu informieren. Es ist sinnvoll, den Organspendeausweis bei den Personalpapieren mit sich zu tragen, da in einer Unfallsituation hier zuerst nachgeschaut wird.

Organspenderausweis als Download

Weitere Informationen rund um das Thema Organspende finden Sie auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.organspende-info.de. Hier erhalten Sie Ihren persönlichen Organspenderausweis als PDF-Download und können diesen sofort ausfüllen und ausdrucken:

Darüber hinaus bietet Ihnen die IKK Südwest die Möglichkeit, einen Organspendeausweis in Ihrem Kundencenter vor Ort anzufordern.

Der Hirntod als Voraussetzung für eine Organspende

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Ausführliche Informationen zur Organspende finden Sie unter folgenden Punkten: