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Organspende

Rund 80 Prozent aller Menschen in Deutschland können sich laut Umfragen vorstellen, nach dem Tod ein oder mehrere Organe zu spenden. Doch Transplantationen sind nur möglich, wenn Menschen zu Lebzeiten eine persönliche Entscheidung treffen, diese schriftlich festhalten oder mit ihren Angehörigen besprechen. Ein Organspendeausweis schafft Klarheit. Liegt ein Spenderausweis nicht vor, müssen im Falle eines Unfalls oder einer plötzlichen schweren Erkrankung die Angehörigen über die Organspende entscheiden.

Im Organspendeausweis kann man sein Einverständnis zur Organ- und Gewebespende entweder generell erteilen, auf bestimmte Organe oder Gewebe einschränken oder aber einer Spende widersprechen. Alternativ besteht die Möglichkeit, die Entscheidung über eine Organspende an eine Person zu übertragen, die im Ausweis namentlich benannt wird.

Aktuelle Informationen:

Der Bundestag hat am 16. Januar 2020 für die erweiterte Zustimmungslösung bei Organspenden gestimmt. Die Regelungen werden 12 Monate nach Verkündung des neuen Gesetzes in Kraft treten. Alles Wichtige hierzu haben wir für euch zusammengefasst:

  • Was hat sich geändert?
    Die Abgeordneten haben mit der Sitzung des Bundestages am 16. Januar 2020 einem Gesetzentwurf zugestimmt, der vor allem eine Ausweitung der Beratung vorsieht. In Zukunft sollen alle noch regelmäßiger als bisher informiert und befragt werden. Organspenden bleiben damit in Deutschland weiterhin nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt.
  • Warum gibt es diese Neuregelung?
    Durch die Neuregelung sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass mehr Menschen sich mit der Frage der Organ- und Gewebespende auseinandersetzen und dazu eine informierte Entscheidung treffen, die dokumentiert wird. Denn Umfragen zufolge stehen rund 80 Prozent der Bundesbürger einer Organspende grundsätzlich positiv gegenüber. Allerdings hat nur etwa jeder Dritte seine Bereitschaft in einem Organspendeausweis oder einer Patientenverfügung dokumentiert. In den Krankenhäusern entscheiden dann in vielen Fällen die Angehörigen über eine Organspende.
  • Wo wird diese Entscheidung künftig dokumentiert?
    In einem Online-Register beim Deutschen Institut für Medizinische Dokumentation und Information. Das soll Ärzten in Notfällen helfen, ob jemand als Organspender vermerkt ist. Der Organspendeausweis bleibt als zusätzliches System zur Dokumentation der Spendebereitschaft erhalten.
  • Wie viele Menschen warten aktuell auf ein Organ?
    In Deutschland warten ca. 10.000 kranke Menschen auf ein Spenderorgan. Dem standen im letzten Jahr noch keine 1.000 Organspender gegenüber. Mit einer bundesdurchschnittlichen Spenderrate von 11,2 Spendern pro eine Million Einwohner ist Deutschland sogar eines der Schlusslichter im internationalen Vergleich.

Erklärung zur Organspende ist nicht endgültig

Wer seine Einstellung zur Organspende ändert, kann einfach einen neuen Ausweis ausfüllen und den bisherigen vernichten. Zudem empfiehlt es sich, Angehörige und Vertrauenspersonen über den geänderten Entschluss zu informieren. Es ist sinnvoll, den Organspendeausweis bei den Personalpapieren mit sich zu tragen, da in einer Unfallsituation hier zuerst nachgeschaut wird.

Organspenderausweis als Download

Weitere Informationen rund um das Thema Organspende finden Sie auf der Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.organspende-info.de. Hier erhalten Sie Ihren persönlichen Organspenderausweis als PDF-Download und können diesen sofort ausfüllen und ausdrucken. Darüber hinaus bietet Ihnen die IKK Südwest die Möglichkeit, einen Organspendeausweis in Ihrem Kundencenter vor Ort anzufordern.

Der Hirntod als Voraussetzung für eine Organspende

Wann ist ein Mensch tot? Mit dieser Frage beschäftigten sich Mediziner schon seit jeher. Fortschritte haben die Erkenntnisse über die Todeszeichen im Laufe der Zeit verändert. Immer noch kritisch wird der sogenannte Hirntod gesehen. Doch mittlerweile gilt er als sicheres Todeszeichen. Lesen Sie mehr über den Hirntod als Voraussetzung zur Organspende.

Bestimmte Organe oder Organteile können bereits zu Lebzeiten gespendet werden. Wir haben Ihnen zusammengestellt, welche Organe dazu zählen und welche Voraussetzungen für eine Lebendspende gegeben sein müssen.

Nahezu jeder zwischen 18 und 55 Jahren kann durch eine Blutstammzell- oder Knochenmarkspende beispielsweise leukämiekranken Patienten helfen. Doch was genau passiert bei einer Stammzelltransplantation?

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