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Betriebsrentenfreibetragsgesetz – Einführung eines Freibetrages zur Förderung der betrieblichen Altersvorsorge

Um die Beitragslast aus Leistungen der betrieblichen Altersversorgung (Betriebsrenten) zu vermindern, hat die Bundesregierung zum 1. Januar 2020 für diese einen zusätzlichen Freibetrag eingeführt.

Voraussetzung für die Berücksichtigung eines Freibetrages ist die Überschreitung der bisherigen und weiterhin gültigen Freigrenze. Für das Jahr 2020 wurde die Höhe des Freibetrages als auch der Freigrenze auf 159,25 Euro monatlich beziffert.

Die Freigrenze legt fest, dass erst aus Versorgungsbezügen, Kapitalisierungen sowie Arbeitseinkommen Beiträge gezahlt werden, wenn die Summe dieser Einnahmen über der Freigrenze liegt. Bleibt die Summe dieser Einkunftsarten darunter, werden keine Beiträge berechnet.

Der neue Freibetrag gilt lediglich für die Summe der Betriebsrenten und deren Kapitalisierungen (nach § 229 Abs. 1 Satz 1 Nr. 5 SGB V). Somit sind Krankenversicherungs- und Zusatzbeiträge nur noch aus dem Teil der Betriebsrente zu zahlen, der den Freibetrag übersteigt. Bei Bezug mehrerer Betriebsrenten wird der Freibetrag nur insgesamt bis maximal 159,25 Euro monatlich berücksichtigt. Dieser Freibetrag gilt allerdings nicht für die Berechnung der Pflegeversicherungsbeiträge, hier gilt weiterhin nur die vorstehend beschriebene Freigrenze.

Hierbei ist zu beachten, dass die Anwendung der Freigrenze sowie des neuen Freibetrages für freiwillig Versicherte gesetzlich nicht möglich ist.

Zur Verdeutlichung der gesetzlichen Vorgaben nachfolgend einige Berechnungsbeispiele:

Alle Informationen zum Betriebsrentenfreibetragsgesetz

  • Es wird lediglich eine Betriebsrente oberhalb der Freigrenze bezogen:

    Seit dem 1. Januar 2020 werden nur noch für den Teil der Betriebsrente Krankenversicherungs- und Zusatzbeiträge berechnet, der den Freibetrag in Höhe von 159,25 Euro übersteigt:

    200 Euro Betriebsrente – 159,25 Euro= 40,75 Euro
    40,75 Euro x 14,6 % (allgemeiner Beitragssatz Krankenversicherung)= 5,95 Euro
    40,75 Euro x 1,5 % (Zusatzbeitrag Krankenversicherung)= 0,61 Euro
    200 Euro x 3,05 % (Pflegeversicherungsbeitrag ohne Beitragszuschlag für Kinderlose)= 6,10 Euro
    Insgesamt  12,66 Euro
  • Es werden eine Betriebsrente und ein sonstiger Versorgungsbezug (keine Betriebsrente) bezogen; beide liegen jeweils oberhalb der Freigrenze:

    Seit dem 1. Januar 2020 wird nur bei der Betriebsrente der Freibetrag berücksichtigt. Die Beitragsberechnung aus sonstigen Versorgungsbezügen bleibt im Vergleich zum Vorjahr unverändert.

    200 Euro Betriebsrente – 159,25 Euro= 40,75 Euro
    200 Euro sonstiger Versorgungsbezug
    40,75 Euro aus Betriebsrente x 14,6 % (allgemeiner Beitragssatz Krankenversicherung)= 5,95 Euro
    200 Euro aus sonstigem Versorgungsbezug x 14,6 % (allgemeiner Beitragssatz Krankenversicherung)= 29,20 Euro
    240,75 Euro aus Betriebsrente und sonstigem Versorgungsbezug x 1,5 % (Zusatzbeitrag Krankenversicherung)= 3,61 Euro
    200 Euro aus Betriebsrente x 3,05 % (Pflegeversicherungsbeitrag ohne Beitragszuschlag für Kinderlose)= 6,10 Euro
    200 Euro aus sonstigem Versorgungsbezug x 3,05 % (Pflegeversicherungsbeitrag ohne Beitragszuschlag für Kinderlose)= 6,10 Euro
    Insgesamt50,96 Euro
  • Es werden eine Betriebsrente und ein sonstiger Versorgungsbezug (keine Betriebsrente) bezogen. Beide Versorgungsbezüge überschreiten nur in der Summe die Freigrenze:

    Der Freibetrag wird lediglich bei der Betriebsrente gewährt. Auch wenn dieser nicht voll ausgeschöpft wird, erfolgt keine Berücksichtigung bei dem sonstigen Versorgungsbezug.

    100 Euro Betriebsrente= Da die Betriebsrente kleiner ist als der Freibetrag, werden nur Beiträge in der Pflegeversicherung berechnet
    120 Euro sonstiger Versorgungsbezug
    120 Euro aus sonstigem Versorgungsbezug x 14,6 % (allgemeiner Beitragssatz Krankenversicherung)= 17,52 Euro
    120 Euro aus sonstigem Versorgungsbezug x 1,5 % (Zusatzbeitrag Krankenversicherung)= 1,80 Euro
    100 Euro aus Betriebsrente x 3,05 % (Pflegeversicherungsbeitrag ohne Beitragszuschlag für Kinderlose)= 3,05 Euro
    120 Euro aus sonstigem Versorgungsbezug x 3,05 % (Pflegeversicherungsbeitrag ohne Beitragszuschlag für Kinderlose)= 3,66 Euro
    Insgesamt   26,03 Euro

    Durch die sehr kurzfristige Gesetzgebung war vielen Krankenkassen und Zahlstellen eine rechtzeitige technische Umstellung und korrekte Beitragsberechnung ab dem 1. Januar 2020 nicht möglich. (vgl. https://www.gkv-spitzenverband.de/krankenversicherung/kv_grundprinzipien/finanzierung/beitragsbemessung/beitragsbemessung.jsp). Für alle Versicherten, die von der neuen Gesetzesregelung profitieren, nimmt die IKK Südwest bzw. die jeweilige Zahlstelle die Beitragsberechnung nun rückwirkend zum 1. Januar 2020 vor. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem Fahrplan für die Umsetzung. Gegebenenfalls zu viel gezahlte Beiträge werden wir unaufgefordert erstatten bzw. verrechnen. Ein gesonderter Antrag oder Widerspruch ist hierfür nicht notwendig.

  • Fahrplan für die Umsetzung:
    • Verabschiedung Kabinettsentwurf: 18. November 2019
    • Lesung Bundestag: 28. November 2019
    • Durchgang Bundesrat: 29. November 2019
    • Anhörung im Bundestag: 9. Dezember 2019
    • 2./3. Lesung Bundestag: 12. Dezember 2019
    • Abschließende Lesung im Bundesrat: 20. Dezember 2019
    • Veröffentlichung des Gesetzes im Bundesgesetzblatt 30. Dezember 2019
    • Bundesweites Treffen der Arbeitsgemeinschaft Zahlstellen-Meldeverfahren: 14. Januar 2020
    • Bundesweites Fachgespräch mit Vertretern von Zahlstellen, Arbeitgebern und Softwareherstellern: 31. Januar 2020
    • Veröffentlichung der Ergebnisse aus den Fachgesprächen am 19. Februar 2020
      • Versorgungsempfänger mit ausschließlich einem Versorgungsbezug und Abrechnung durch die Zahlstelle, erhalten eine Beitragskorrektur durch die Zahlstelle ggf. vor Oktober 2020.  Ein fester Termin wurde hierbei nicht vereinbart.
    • Seit dem 25. September 2020 werden die zu berücksichtigenden Freibeträge bei Kapitalleistungen/Kapitalabfindungen neu berechnet, sofern keine weiteren laufenden Versorgungsbezüge bezogen werden. Der Versand der Beitragsbescheide erfolgt seit dem 29. September 2020.
    • Mit dem Inkrafttreten des erweiterten Zahlstellen-Meldeverfahrens zum 01. Oktober 2020 bauen wir auch das maschinelle Zahlstellenmeldeverfahren zwischen uns und den Zahlstellen bei Mehrfachbeziehern auf. Damit kann eine korrekte Beitragsberechnung der Zahlstellen auch für Mehrfachbezieher erfolgen.
    • Nachfolgend nehmen wir auch für die Versorgungsbezieher mit Bezügen im Selbstzahler- und Zahlstellenverfahren eine Neuberechnung vor.
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