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Gehirndoping am Arbeitsplatz

Stresspegel und Leistungsdruck steigen im Berufsleben zunehmend an. Um ihre Leistungsfähigkeit und Konzentration zu fördern und länger durchhalten zu können, greifen mehr und mehr Arbeitnehmer in Leistungsgesellschaften zu verschreibungspflichtigen Arzneimitteln, die für ganz andere Krankheitsbilder zugelassen sind. Ein gefährliches Spiel mit der Gesundheit, denn durch das Gehirndoping beziehungsweise „Neuro-Enhancement“ riskieren diese Arbeitnehmer deutlich andere Wirkungen und Nebenwirkungen – noch vollkommen unbekannte Langzeitfolgen miteingeschlossen. Die gesellschaftliche Akzeptanz für diese Form des Medikamentenmissbrauchs steigt jedoch zunehmend an.


  • Leistung auf Rezept oder durch illegale Beschaffung

    Durch den globalen Arzneimittelverkehr und den Online-Handel können sich Interessierte leicht illegale oder rezeptpflichtige Arzneimittel beschaffen. Die rezeptpflichtigen Arzneimittel finden, neben dem klassischen Weg über die Verschreibung durch den Arzt, vor allem über Kollegen, Freunde, Familie und Versandhandel den Weg zum Arbeitnehmer.

    Laut Studien zum Thema wissen vier von zehn Beschäftigten, dass Medikamente gegen alters- und krankheitsbedingte Gedächtnisstörungen oder Depressionen auch bei Gesunden wirken können. Die meisten Menschen halten die Risiken solcher Arzneimittel für vertretbar – gerade im Vergleich zum „positiven“ Nutzen.

    Insgesamt gehen Experten davon aus, dass rund drei Millionen Beschäftigte in Deutschland schon einmal leistungssteigernde und stimmungsaufhellende Medikamente eingenommen haben.

    Wenn Mitarbeiter Dopingmittel nehmen, um zum Beispiel mit dem Leistungsdruck besser klarzukommen oder sich besser konzentrieren zu können, sollten Sie zunächst einmal darauf achten, ein angenehmes und möglichst stressfreies Arbeitsklima zu schaffen. Weiterhin können präventive Maßnahmen, wie „Work-Life-Balance“-Seminare, dabei helfen, Ihre Mitarbeiter auf einem gesunden Pfad zu halten.

    Seminarangebot der IKK Südwest „Work-Life-Balance

  • Welche Substanzen gibt es und was bewirken sie?

    Besonders beliebt beim Doping am Arbeitsplatz sind die folgenden fünf Wirkstoffe:

    • Methylphenidat ist unter anderem in dem Präparat Ritalin enthalten, was bei einer schweren  Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) helfen kann. Der Wirkstoff führt eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit sowie der Leistungs- und Entscheidungsbereitschaft herbei, was ihn zum beliebten Dopingmittel für Arbeitnehmer macht.
    • Modafinil fördert die Wachheit und wird eigentlich gegen Narkolepsie, die „Schlafkrankheit“, eingesetzt. Bei einem gesunden Arbeitnehmer wirkt das Mittel als „Wachmacher“.
    • Betablocker (Betarezeptorenblocker) helfen gegen Bluthochdruck oder Migräne. Der Wirkstoff führt einen niedrigen Blutdruck herbei und durch einen ruhigeren Herzschlag verschwinden Stresssymptome – eine willkommene Erleichterung für so manchen gestressten Arbeitnehmer.
    • Antidementiva sind Medikamente gegen Demenz-Erkrankungen. Diese Medikamente steigern die kognitiven Fähigkeiten, das heißt wie beim Methylphenidat werden Konzentrations-, Lern- und Denkfähigkeit sowie die Gedächtnisfunktionen verbessert.
    • Antidepressiva sind Medikamente bei mittelschweren und schweren Depressionen. Die Medikamente beschleunigen die Signalübertragung zwischen den Nervenzellen. Im Job ist folglich ein schnelleres und besseres Denken möglich.

    Wie die oben beschriebenen Wirkstoffe zeigen, nehmen Arbeitnehmer also häufig leistungssteigernde Mittel, um besser mit Angst, Nervosität, Leistungsdruck und Unruhe umgehen zu können. Die Betroffenen versuchen, mit den Tabletten ihre Schläfrigkeit und Erschöpfung zu bekämpfen und wappnen zum Beispiel gegen Stress und Lampenfieber.

    Wer sich von diesen Medikamenten eine wundersame Wirkung erhofft, erliegt jedoch einem Irrglauben: Die Pillen haben nur kurzfristige und minimale Effekte. Körperliche Nebenwirkungen wie Herzrhythmusstörungen, Kopfschmerzen, Schwindel, Nervosität, Appetitlosigkeit und Schlafstörungen und psychische Störungen wie Persönlichkeitsveränderungen oder Medikamentenabhängigkeit können die Folge sein.

  • Was können Sie als Arbeitgeber tun?

    Aufgrund der Fürsorgepflicht sind Sie als Arbeitgeber generell dazu verpflichtet, Ihre Mitarbeiter am Arbeitsplatz zu schützen. Dies beinhaltet auch Gefahren, die Mitarbeiter selbst verursachen. Allerdings sollten Sie sich sicher sein, dass der Mitarbeiter auch wirklich Aufputschmittel nimmt. Dafür müssen starke Anhaltspunkte und Verdachtsmomente vorliegen.

    Um eine mögliche Drogensucht zu erkennen, sollten Sie als Arbeitgeber das persönliche Gespräch mit Ihrem Mitarbeiter suchen und mit ihm offen über Ihren Verdacht sprechen. Dabei sollten Sie Gespräche mit Dritten vermeiden und auch keinen Druck auf den Süchtigen ausüben. Stattdessen sollten Sie dem betroffenen Mitarbeiter vermitteln, dass Sie ihn bei der Lösung seiner Probleme unterstützen werden. Eine entsprechende Hilfe kann beispielsweise der Kontakt zu einem Suchtbeauftragten, einem Coach oder Therapeuten sein. Auch der Betriebsarzt kann im Falle von Hirndoping ein möglicher Ansprechpartner sein.

    Generell müssen Sie die Privatsphäre Ihrer Mitarbeiter beachten, sodass immer ein berechtigtes Interesse bei einer ärztlichen Untersuchung gegeben sein muss. Untersuchungsverpflichtungen können sich aus Arbeitsschutzvorschriften oder auch aus Tarifverträgen ergeben.

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