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Saar-Pflegepersonal immer länger krank

Psychische Erkrankungen nehmen bei jüngeren Beschäftigten zu

Beschäftigte in der Pflege im Saarland waren im vergangenen Jahr fast zwei Tage länger krankgeschrieben als Pflegebeschäftigte der Bundesländer Hessen und Rheinland-Pfalz. Zudem waren sie durchschnittlich 5,5 Tage länger krank als Beschäftigte in anderen Berufen im Saarland. Das ergibt eine Auswertung der Daten von IKK Südwest-Versicherten aus der Pflegebranche, die sich auf die Arbeitsunfähigkeiten aus dem Jahr 2019 bezieht. Auffällig ist darin auch ein weiterer Anstieg psychischer Erkrankungen – insbesondere beim jüngeren Pflegebeschäftigten. Dies zeige, wie gravierend die Lage in der Pflege mittlerweile auch für die psychische Gesundheit der Beschäftigten im Saarland sei, so IKK Südwest Vorstand Prof. Dr. Loth. Aber auch die Zunahme von Gewalt gegenüber Pflegekräften, trage, so Loth, massiv zur psychischen Belastung bei, die es in der betrieblichen Gesundheitsförderung zu berücksichtigen gelte.

Im Schnitt sind Pflegebeschäftigte im Saarland im vergangenen Jahr 26,5 Tage krankheitsbedingt ausgefallen. Der Krankenstand in der Altenpflege im Saarland war dabei mit 8,2 % um mehr als ein Prozentpunkt höher als in der Gesundheits- und Krankenpflege.

Zu den häufigsten Krankheitsarten gehörten dabei, neben den Muskel-Skelett- Erkrankungen (21,2 %), Erkrankungen der Psyche (19,7 %). Besonders auffällig dabei ist die Entwicklung der AU-Tage aufgrund psychischer Erkrankungen gerade bei den jüngeren Pflegebeschäftigten im Alter von 20 bis 40 Jahren: dort sind aufgrund entsprechender Diagnosen mehr als 13 Prozent mehr AU-Tage zu verzeichnen als noch im Jahr 2017.

Aber auch unabhängig vom Alter wurden im vergangenen Jahr in der Pflege im Saarland 5 Prozent mehr Beschäftigte als in anderen Wirtschaftsbereichen aufgrund psychischer Erkrankungen arbeitsunfähig.

„Die Auswertung zeigt, dass Pflege um ein Vielfaches stärker als andere Berufe die Gesundheit und noch dazu mehr denn je auch die Psyche fordert“, so IKK Südwest Vorstand Prof. Dr. Jörg Loth. „Zeitdruck und Dauerlauf belasten offensichtlich auch die Gesundheit der jüngeren Beschäftigten immer mehr, was mich auch mit Blick auf die Sicherheit unserer Patientinnen und Patienten bedenklich stimmt. Grundvoraussetzung für ein attraktiveres Berufsbild ist die Gesundheit der Beschäftigten – die Politik und insbesondere die saarländische Landesregierung hat wichtige Schritte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen unternommen, jetzt aber muss es stärker darum gehen, dass wir im Saarland noch mehr für gesunde Arbeitsbedingungen sorgen, damit diejenigen, die in der Pflege arbeiten, dies gerne und möglichst lange tun“.

Einer der Hauptgründe für die verhältnismäßig hohen Krankenstände in der Pflege im Saarland sieht Loth unter anderem in den per Se hohen Saar-Zahlen zu chronischen Volkskrankheiten wie Rückenleiden und Krankheiten des Herz-Kreislauf Systems, deren Entstehung durch Stress begünstigt wird und immer mehr auch junge Saarländerinnen und Saarländer betrifft.

Unterdessen werde es immer wichtiger, ergänzt Loth, auch die Zunahme von Gewalt in der Pflege als auslösenden Faktor psychischer Erkrankungen stärker zu berücksichtigen.
Dazu Jörg Loth: „Durch verbale und tätliche Übergriffe von Patienten und Angehörigen wird nicht nur das Grundrecht auf körperliche Unversehrtheit verletzt, sondern vor allem durch mögliche psychische Folgen ein Anstieg von Krankenstand und Fluktuation provoziert. Wir wissen, dass dies auch im Saarland mittlerweile keine Eintagsfliege mehr ist.“

Die IKK Südwest hat als Folge der neusten Erkenntnisse ihre Angebote zur Gesundheitsförderung und Prävention noch deutlich stärker auf die aktuellen Bedarfe in der Pflege angepasst. Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsmanagements IKK Jobaktiv „Gesundheit erhalten – Pflege gestalten“ bietet die Krankenkasse gemeinsam mit einer Partnereinrichtung unter anderem gezielte Deesklationstrainings für Pflegeeinrichtungen an und hat auch in Folge der mentalen Belastungssituationen durch die Corona-Krise Angebote etabliert, die zusätzlich zu den bestehenden Präventionsangeboten auch gezielt die mentale Gesundheit betreffen. Das Programm beinhaltet auch Schulungen zu den Themenfeldern neue Arbeitszeitmodelle, Prozessberatung bis hin zu psychologischen Beratungen bei Stress und Überforderung.

Die IKK Südwest
Aktuell betreut die IKK Südwest mehr als 640.000 Versicherte und über 90.000 Betriebe in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Versicherte und Interessenten können auf eine persönliche Betreuung in unseren 21 Kundencentern in der Region vertrauen. Darüber hinaus ist die IKK Südwest an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr über die kostenfreie IKK Service-Hotline 0800/0 119 119 oder www.ikk-suedwest.de zu erreichen.

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