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Betrug in der Pflege: IKK Südwest fordert klare Regeln zur Bekämpfung von Fehlverhalten

Abrechnungsfälschung, Strohmann-Verfahren und der Einsatz von unqualifiziertem Personal: Christian Fischer, Beauftragter der IKK Südwest zur Bekämpfung von Fehlverhalten kennt die Tricks von Betrügern im Gesundheitswesen in Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland

Vorstand Roland Engehausen hat Betrug in der außerklinischen Intensiv-Pflege zum Top-Thema gemacht und spricht von steigenden Betrugsfällen, Regressen und einer hohen Dunkelziffer: „In Sachen Qualitäts- und Abrechnungs-Transparenz sehen wir dringenden Handlungsbedarf, vor allem im Bereich der Prüfrechte. Zudem bedarf es einer engen Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure und eines verbesserten Schutzes von Hinweisgebern, um zukünftig schneller reagieren und Betroffene schützen zu können.“

Besonders die außerklinische Intensivpflege sei ein lukrativer Markt für Betrüger, so der IKK Südwest-Beauftragte zur Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen Christian Fischer, der allein in diesem Sektor in 12 Fällen mit einer siebenstelligen Schadenssumme ermittelt. „Verdienstmöglichkeiten bis zu 25.000 Euro pro Monat für die Betreuung eines Patienten haben eine anziehende Wirkung auf Betrüger. Hier muss sich dringend etwas ändern, denn es geht nicht nur um hohe finanzielle Schäden für die Pflege- und Krankenkassen, sondern vielmehr um die Gesundheit und das Vertrauen von pflegebedürftigen Menschen und deren Angehörigen.“ Und Vorstand Roland Engehausen ergänzt: „Viele Menschen leisten als Pflegende einen so wertvollen Beitrag für die Gesellschaft und benötigen gute Beschäftigungsbedingungen. Dazu ist es auch notwendig, dass schwarze Scharfe gezielt erkannt und verfolgt werden, anstelle die Pflege unter Generalverdacht zu stellen.“

Die häufigsten Betrugsvarianten von ambulanten Pflegediensten seien laut Fischer der Einsatz von nicht qualifiziertem Personal und die Abrechnung von nicht erbrachten Leistungen. Verbesserte Rahmenbedingungen zur Bekämpfung von Betrug seien unerlässlich: „Wir nehmen die Thematik sehr ernst und fordern strengere Strafen, verbesserte Prüfmöglichkeiten und Zulassungsverfahren“, sagt Christian Fischer.

Forderungen der IKK Südwest zur Prävention und Bekämpfung von Abrechnungsbetrug

  • Verbesserte Prüfmöglichkeiten
    Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung sollte die Möglichkeit der unangemeldeten Prüfung bei den Pflegediensten haben.
  • Zulassungskriterien für Pflegedienste
    Erweiterung der Zulassungskriterien für Pflegedienste: Straffällig gewordene Betreiber von Pflegediensten bzw. deren Strohmänner dürfen keine neuen Pflegedienste gründen.
  • Abrechnungsprüfung
    Die Kranken- und Pflegekassen sollten die Möglichkeit erhalten, bei Auffälligkeiten eigenständige Prüfungen mittels unangemeldeten Hausbesuchen bei den Leistungsempfängern durchzuführen.

Die IKK Südwest

Aktuell betreut die IKK Südwest mehr als 640.000 Versicherte und über 90.000 Betriebe in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. Versicherte und Interessenten können auf eine persönliche Betreuung in unseren 20 Kundencentern in der Region vertrauen. Darüber hinaus ist die IKK Südwest an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr über die kostenfreie IKK Service-Hotline 0800/0 119 119 oder unter www.ikk-suedwest.de zu erreichen.

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