Gesunde Ernährung
Eine Schwangerschaft stellt besondere Herausforderungen an den Organismus einer Frau. Dieser muss mit ausreichend Nährstoffen versorgt werden, damit keine Mangelerscheinungen bei der Mutter und dem ungeborenen Baby auftreten.
Inhalt
Ernährung für Schwangere
Energiebedarf
Bei einer Schwangerschaft besteht für die werdende Mutter ein erhöhter Energiebedarf, der jedoch häufig überschätzt wird. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) reicht eine Mehraufnahme von 255 kcal pro Tag ab dem vierten Schwangerschaftsmonat aus. Gute Energiequellen sind Gemüse, Obst, mageres Fleisch, Seefisch und Milchprodukte.
Während sich die empfohlenen Mengen an Kohlenhydraten und Fetten nicht sehr von denen einer nicht schwangeren Frau unterscheiden, sollte die Eiweißzufuhr jedoch erhöht werden. Eiweiß ist besonders wichtig für das Wachstum des ungeborenen Babys sowie für die Bildung von eiweißreichem Gewebe wie Blutzellen, Gebärmutter und Plazenta der werdenden Mutter.
Ernährungstipps für Schwangere
Studien liefern aktuelle Erkenntnisse zum Thema Ernährung. Die Hauptpunkte lauten:
- Essen Sie abwechslungsreich und ausgewogen, aber nicht zu viel.
- Essen Sie mehrere kleine Mahlzeiten am Tag, um Heißhungerattacken und Leistungstiefs vorzubeugen.
- Essen Sie regelmäßig Brot, Nudeln, Kartoffeln und Reis.
- Essen Sie täglich Obst, Gemüse und Salat. Gut gewaschen und geschält liefern sie wichtige Vitamine und Mineralstoffe.
- Essen Sie regelmäßig fettarme Milchprodukte. Sie liefern wichtiges Kalzium für den Knochenbau und die Zähne des Ungeborenen.
- Essen Sie mehr Vollkornprodukte. So können Sie Ihren Bedarf an Nährstoffen und Ballaststoffen vermehrt abdecken.
- Essen Sie gesunde Fette wie Rapsöl oder Olivenöl.
- Essen Sie jede Woche Fisch, am besten Seefisch. Er liefert wichtige Omega-3-Fettsäuren und Jod.
- Essen Sie mehr pflanzliches Eiweiß. Verzichten Sie auf zu viel Fleisch und Wurst.
- Trinken Sie täglich mindestens zwei Liter. Am besten Wasser oder ungesüßten Tee.
Ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Nährstoffen
Viele Vitamine sind an Stoffwechselprozessen oder am Aufbau der Organe des ungeborenen Babys beteiligt. Daher ist eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Kind:
- Folsäure wird während der Schwangerschaft eine besondere Bedeutung zugeschrieben. Sie ist u. a. wichtig für die Entwicklung der Wirbelsäule. Es wird empfohlen, bereits vor einer Schwangerschaft für einen ausreichenden Folsäurespiegel zu sorgen. Frauen mit Kinderwunsch sollten daher 0,4 mg Folsäure pro Tag über einen längeren Zeitraum als Tablette zusätzlich einnehmen.
- Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A ist ebenfalls wichtig. Das Vitamin ist für das Wachstum des Kindes, gesunde Haut und Haare, gute Sehkraft und gesunden Zahnschmelz unerlässlich.
- Der Vitamin D-Bedarf erhöht sich in einer Schwangerschaft um das Doppelte. Er spielt ebenfalls eine Rolle beim Wachstum, bei der Knochenhärte und der Bildung von Zähnen und Zahnschmelz.
- Vitamin E ist wichtig für die Bildung der Zellen, besonders der Blutzellen.
- Auch der Vitamin C-Bedarf steigt in der Schwangerschaft, kann aber durch die ausreichende Aufnahme von Obst und Gemüse gedeckt werden.
- Die Vitamine B1 und B2 sind wichtig für die Umwandlung von Eiweiß und den Eiweißstoffwechsel. Ein Vitamin B1-Mangel wird zum Teil als Ursache eines zu niedrigen Geburtsgewichts angenommen.
- Vitamin B6-Mangel wird neben Folsäuremangel für Schwangerschaftskomplikationen verantwortlich gemacht. Bei ausgewogener Kost ist der Bedarf gedeckt.
- Vitamin B12 ist wie Folsäure für die Bildung von roten Blutkörperchen verantwortlich.
- Ein Mangel an Magnesium kann während der Schwangerschaft zu Waden- und Beinkrämpfen führen. Im schlimmsten Falle können dadurch frühzeitige Wehen ausgelöst werden.
- Auch der Eisenbedarf ist in der Schwangerschaft auf das Doppelte erhöht.
- Ein Zinkmangel während der Schwangerschaft kann zu Missbildungen des Zentralnervensystems des Kindes führen. Eine ausreichende Versorgung ist daher unbedingt erforderlich. Möglicherweise müssen Jod und Zink ebenfalls zusätzlich eingenommen werden. Fragen Sie hierzu Ihren Arzt.
Ernährung für Babys und Kleinkinder
Allgemeine Informationen
In den ersten Tagen nach der Geburt wird die junge Mutter meistens vom Klinikpersonal oder der Hebamme in der neuen Situation unterstützt. Zu Hause beginnt dann der Alltag mit dem Baby. Es ist ganz normal, dass die junge Mutter gerade am Anfang noch sehr unsicher ist und in verschiedenen Situationen nicht weiß, wie sie reagieren soll.
In dieser Hinsicht sind der Kinderarzt und die Hebamme gute Berater, die jungen Müttern und Vätern zur Seite stehen.
Solange die Mutter stillt, braucht sie sich keine Gedanken über die Zubereitung und die Zusammensetzung der Mahlzeiten zu machen. Die Muttermilch entspricht genau den Anforderungen des kindlichen Körpers und seiner Entwicklung.
Hat die Mutter jedoch Stillprobleme oder möchte aus unterschiedlichen Gründen nicht stillen, muss auf Fertignahrung für das Neugeborene zurückgegriffen werden.
Der Stoffwechsel des Säuglings unterscheidet sich zum Teil sehr von dem eines Erwachsenen. Daher ist die richtige Ernährung besonders wichtig. In den ersten fünf Monaten verdoppelt sich das Geburtsgewicht des Babys und es wächst um ca. 10 cm. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, muss die Nahrung viele, unterschiedliche Nährstoffe enthalten.
Erste Säuglingsnahrung
Die Säuglingsanfangsnahrung kann bereits ab dem 1. Tag gegeben werden. Sie ist speziell auf die Bedürfnisse von Säuglingen bis zum maximal sechsten Monat abgestimmt. In der Zusammensetzung ist sie der Muttermilch so weit wie möglich angepasst.
Folgemilchnahrung kann, muss aber nicht, ab der 20. Woche gegeben werden. Hier gibt es unterschiedliche Meinungen. Sie ähnelt der Muttermilch nicht mehr so stark wie die Anfangsnahrung und der Eiweißanteil ist im Vergleich erhöht. Darüber hinaus gibt es Folgemilchsorten, die neben Milchzucker und Stärke weitere Kohlenhydrate oder Zucker beinhalten. Kinder sollten jedoch nicht zu viel zuckerhaltige Nahrung zu sich nehmen, da sie sich sonst schnell an den süßen Geschmack gewöhnen.
Für Säuglinge, die ein erhöhtes Allergierisiko aufweisen, gibt es die sogenannte Hydrolysatnahrungen. Diese haben im Namen den Zusatz HA, der für hypoallergen, also allergiereduziert, steht.
Von der eigenen Herstellung von Säuglingsnahrung wird dringend abgeraten. Besonders die Verwendung von Ziegen-, Schafs- oder Stutenmilch, Reis- oder Mandelmilch sollte unterlassen werden.
Nahrungsumstellung ab dem 5. Monat
Im 5. Monat kann eine Milchmahlzeit durch eine Breimahlzeit ersetzt werden. Zum Einstieg eignet sich zum Beispiel reines Karottenmus. Für die Umstellung sollte man sich Zeit lassen und pro Woche ein neues Lebensmittel auf Verträglichkeit testen. Als nächster Schritt kann ein Brei aus Gemüse und Kartoffeln gegeben werden. Verträgt das Baby die Nahrungsumstellung gut, folgt schließlich ein Brei aus Gemüse-Kartoffel-Fleischbrei mit Fettzugabe.
Sie können industriell vorgefertigte Breie verwenden oder selbst herstellen. Die eigene Herstellung bietet natürlich Vorteile, dass zum Beispiel die Anzahl und die Menge der verwendeten Lebensmittel selbst bestimmt werden kann. Außerdem gewöhnen sich Kinder so an den natürlichen Geschmack von Lebensmitteln.
Zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat sollte der schrittweise Übergang zu einer festen Kindernahrung erfolgen. Allmählich sollten die Mahlzeiten an die der restlichen Familienmitglieder angepasst werden. Zu Beginn sollten dabei schwer verdauliche und blähende Lebensmittel vermieden werden.
Gerne helfen wir Ihnen mit weiteren Informationen zur gesunden Ernährung, einen abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährungsplan zusammenzustellen.
Über unsere kostenfreie IKK Gesundheits-Hotline 0800/0 119 000 erreichen Sie uns an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr.




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