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Schlafstörungen belasten immer mehr Menschen

Schlafstörungen treten immer häufiger auf. Das Gesundheitsnetzwerk bezeichnet Schlafstörung als Oberbegriff aller krankhaften Veränderungen des Schlafverhaltens bzw. Schlaferlebens. Im alltäglichen Sprachgebrauch sind mit diesem Begriff jedoch meistens Ein- oder Durchschlafprobleme gemeint. Ein vollständiger Verlust der Schlaffähigkeit tritt extrem selten und dann auch nur im Zusammenhang mit hirnorganischen Veränderungen auf.

Wer unter Schlafstörungen leidet, weiß, wie belastend diese sind. Rund zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung sind sogar von chronischen Schlafstörungen betroffen, die sich über Wochen oder Monate erstrecken und zu Müdigkeit, Leistungs- und Konzentrationsabfall führen können. Manchen Betroffenen helfen ein paar einfache Tipps, damit das Schlafen wieder funktioniert.

Ursachen von Schlafstörungen

Schlafstörungen haben unterschiedliche Ursachen. Familiäre oder berufliche Probleme können ebenso Auswirkungen haben wie körperliche Schmerzen.

Man unterscheidet dabei folgende Faktoren:

  • Organische Ursachen, zum Beispiel Herzkrankheiten, Narkolepsie (Schlafsucht), Schmerzen
  • Pharmakologische Ursachen, zum Beispiel Konsum von Alkohol, Kaffee, Nebenwirkung von Medikamenten (zum Beispiel Appetitzügler), Nikotin
  • Physikalische Ursachen, zum Beispiel Lärm, helles Licht
  • Physiologische Ursachen, zum Beispiel Schichtarbeit
  • Psychisch-neurologische Ursachen, zum Beispiel Ängste, Depression
  • Psychologische Ursachen, zum Beispiel Ärger, Stress

Häufig treten mehrere Faktoren gleichzeitig oder nacheinander auf. Dabei kann Angst vor einer schlaflosen Nacht die Schlafstörung weiter verstärken.

Bei länger anhaltenden Schlafstörungen und Beeinträchtigungen im Tagesablauf empfiehlt es sich dringend, einen Arzt aufzusuchen. Er klärt ab, woher die Schlafstörungen kommen und was dagegen getan werden kann. Bleibt die Ursache unklar, helfen Untersuchungen im Schlaflabor weiter.
Medikamente gegen Schlafstörungen können Sie dabei unterstützen, wieder einen geregelten Schlafrhythmus zu bekommen. Das sollte jedoch nur unter ärztlicher Aufsicht geschehen. Auf Dauer stellt dies jedoch keine Lösung dar und die Ursachen müssen ermittelt und behandelt werden.

Tipps für ein besseres Einschlafen

  • Bewegung: Menschen, die körperlich aktiv sind, haben in der Regel seltener Probleme mit Schlafstörungen.
  • Pause machen: Wer den ganzen Tag durchpowert, darf sich nicht wundern, wenn er abends nicht zur Ruhe kommt. Regelmäßige Pausen sind wichtig.
  • Entspannungsverfahren erlernen: Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobson und Taiji-Qigong sind Beispiele für Methoden, die Sie bei Ihrer Entspannung unterstützen können. Probieren Sie die für Sie passende Entspannungstechnik aus. Die IKK Südwest unterstützt Sie dabei. Wählen Sie einen Kurs bei einer Einrichtung, die in Ihrem Umkreis liegt. Sofern der von Ihnen ausgewählte Kurs unseren Qualitätsanforderungen entspricht, können Sie den Betrag von bis zu 75,- Euro pro Kurs und bis zu einer Gesamthöhe von 150,- Euro im Jahr bei uns abrechnen.
  • Regelmäßigkeit: Regelmäßige Zubettgeh- und Aufstehzeiten helfen Körper und Geist, sich einen stabilen Rhythmus anzugewöhnen.

Schlafstörungen gehen häufig zurück, wenn Betroffene einige Hinweise beachten:

  • Ruhen Sie sich bereits vor dem Schlafengehen aus und erholen Sie sich von dem anstrengenden Tag.
  • Neigen Sie zu nächtlichem Grübeln? Versuchen Sie, Ihre Probleme und Sorgen vor dem Schlafengehen zu notieren und verschieben Sie diese ganz bewusst auf den nächsten Tag.
  • Entwickeln Sie Ihr persönliches Einschlafritual, zum Beispiel lesen, Musik hören oder ein Glas heiße Milch mit Honig trinken.
  • Achten Sie darauf, dass das Schlafzimmer abgedunkelt und nicht zu warm ist.
  • Schaffen Sie eine angenehme Atmosphäre, im Chaos schläft es sich schlechter.

Richtige Ernährung

Versuchen Sie das Frühstück und das Mittagessen zu Ihren Hauptmahlzeiten des Tages zu machen. Tagsüber wird die meiste Energie benötigt. Vor allem der Fettbedarf sollte während des Tages gedeckt werden. Fettreiches Essen am Abend kann die Funktion von Leber und Galle behindern und die Entgiftungsarbeit somit beeinträchtigen. Ein zu schweres Abendessen bedeutet Höchstleistung für Magen und Darm.

Schwer verdauliche Nahrungsmittel sind:

  • Bratkartoffeln
  • (Fettes) Fleisch
  • Hart gekochte Eier
  • Kohl oder Kraut
  • Obst
  • Rohkost und Salat
  • Schokolade und Kakao (enthält zum Teil Koffein)

Größere Mengen einfacher Kohlenhydrate wie Zucker sind ebenfalls als abendliche Mahlzeit nicht geeignet. Der Körper speichert die überschüssige Energie als Reservepölsterchen an Bauch und Hüfte.

Gut verträgliche Nahrungsmittel sind:

  • Komplexe Kohlenhydrate (Nudeln, Kartoffeln oder Reis)
  • Nicht zu fetter Fisch mit gegartem Gemüse
  • Suppen und Eintöpfe (außer Hülsenfrüchte, da diese zu schwer verdaulich sind)
  • Warmer Reis- oder Grießbrei (auch mit etwas Zucker und Zimt)

Lassen Sie sich beim Essen Zeit und kauen Sie die Nahrung gut. Das erleichtert dem Magen und Darm die Arbeit.

Menschen mit Schlafstörungen sollten nach 15.00 Uhr keinen Kaffee, schwarzen Tee und andere anregende Getränke zu sich nehmen. Das enthaltene Koffein hat eine belebende Wirkung.
Auch auf Alkohol sollte verzichtet werden. Er stört die Regulation von Tief- und Traumphasen, obwohl er uns schneller einschlafen lässt.
Die berühmte heiße Milch mit Honig ist übrigens wirklich ein ideales Gute-Nacht-Getränk. Einen Bestandteil der Milch, die Aminosäure Tryptophan, braucht der Körper zum Aufbau von Serotonin. Dieser Botenstoff ist für seine schlaffördernde Wirkung bekannt. Der Honig hilft außerdem dem Körper, das Tryptophan besser aufzunehmen.

Weitere Hinweise und Informationen zum Thema finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).
Auch das Robert Koch-Institut hat ein Themenheft zu Schlafstörungen entwickelt. Auf der Internetseite können Sie die Broschüre downloaden.

Haben Sie Fragen? Unter der IKK Medizin-Hotline 01802/45 56 33 (Sechs Cent pro Anruf aus dem deutschen Festnetz, Mobilfunkpreise maximal 42 Cent pro Minute) beantwortet Ihnen unser Expertenteam täglich von 07.00 bis 22.00 Uhr Ihre Fragen.

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