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Blühende Gefahr aus dem Garten – Giftnotruf leistet erste Hilfe

Gerade in der Sommerzeit locken viele Blumen und Sträucher durch ihre bunte Blütenpracht. Die Neugierde ist bei Kindern oft besonders groß und so passiert es nicht selten, dass Kinder Beeren oder Blätter von Sträuchern und Büschen probieren. Was viele nicht wissen: Auch harmlos erscheinende Pflanzen können giftig sein.

Jedes Jahr erkranken etwa 600 Menschen in Deutschland, weil sie Giftpflanzen versehentlich gegessen oder berührt haben. Bei ca. 80 Prozent dieser Fälle sind Kinder betroffen.

So ist beispielsweise die Hortensie, eine der beliebtesten Zierpflanzen, hochgiftig.

Küchenkräuter wie der Bärlauch werden von Hobbyköchen häufig mit Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen verwechselt. Für Kinder sind vor allem vier Giftpflanzen immer wieder gefährlich: Auf Goldregen, Pfaffenhütchen, Seidelbast und Stechpalme im eigenen Garten sollten Haushalte mit Kindern daher verzichten.

Hinweise auf eine Vergiftung können sein:

  • Übelkeit, Erbrechen, Durchfall
  • Schläfrigkeit, Aggressionen, Wesensänderungen
  • Kreislaufstörungen
  • Atembeschwerden
  • Änderungen der Pupillen
  • Hautveränderungen am Körper

Im Falle einer Vergiftung ist die wichtigste Grundregel: Ruhe bewahren. Beachten Sie den Grundsatz „Sicherheit vor Geschwindigkeit“. Besonders wenn Kinder betroffen sind, ist es wichtig, dass diese Ihre Angst nicht bemerken.

Nicht verzehrte Reste der Substanz oder Erbrochenes sollten aufbewahrt und dem Arzt gezeigt werden. Weiß der Arzt, um welche Substanz es sich handelt, kann er schneller reagieren.

Bringen Sie die betroffene Person jedoch nicht zum Erbrechen. Bei ätzenden Substanzen droht eine weitere Schädigung der Speiseröhre und es besteht die Gefahr, dass das Erbrochene eingeatmet wird.

Rufen Sie einen Arzt oder tätigen Sie einen Notruf bei einer Giftzentrale, die an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr besetzt ist.

Bei Ihrem Notruf werden folgende Fragen an Sie gerichtet:

  • Was ist passiert? Wer hat sich vergiftet (Alter und Körpergewicht)?
  • Wie und wann erfolgte die Vergiftung?
  • Wie viel (Dosis)?
  • Wo ist es passiert (Adresse)?
  • Wer ruft an (Telefonnummer für Fragen bereithalten)?

Beachten Sie unbedingt: Erst anrufen, dann handeln. Die Giftzentralen können die Erstversorgung telefonisch anleiten.

Den Giftnotruf im Saarland erreichen Sie unter der Telefonnummer 0 68 41/1 92 40, in Hessen und Rheinland-Pfalz unter 0 61 31/1 92 40.